Benjamin „Benny“ Waters (* 23. Januar 1902 in Brighton, Maryland; † 13. August 1998 in Columbia, Maryland) war ein US-amerikanischer Jazzmusiker (Saxophonist und Klarinettist).
Der aus einer Seneca-Familie stammende Waters spielte zunächst Kirchenmusik und europäische Klassik. Bereits als Dreijähriger lernte er Klavier und Orgel; im Schulalter wechselte er zur Klarinette; erst später wurde das Saxophon ein relevantes Instrument im Jazz. Er arbeitete zunächst bei Charlie Miller (1918 bis 1921), bevor er am New England Conservatory of Music studierte. Er arbeitete anschließend bei
Clarence Williams. Dann schrieb er Arrangements für
Charlie Johnson, in dessen
Paradise Ten er zwischen 1926 und 1931 spielte und mit
King Oliver, für den er ebenfalls arrangierte, machte er 1927 Studioaufnahmen; zwischen 1943 und 1936 arbeitete er bei
Fletcher Henderson.
Harry Carney, der spätere Baritonsaxophonist
Duke Ellingtons, erhielt bei ihm Unterricht. Weiter arbeitete er mit
Hot Lips Page,
Benny Carter und
Claude Hopkins, bevor er 1941 als Satzführer bei
Jimmie Lunceford tätig wurde; nach dem er eine eigene Band in New York leitete, arbeitete er in der Rhythm-and-Blues-Band von
Roy Milton und dann bei
Jimmy Archey. Waters lebte zwischen 1949 und 1989 in Europa, wo er beispielsweise 1969 mit Benno Walldorf aufnahm. In seinen letzten Lebensjahren trat er häufig mit
Jan Jankeje,
Andi Maile,
Klaus Graf,
Doc Cheatham oder
Thilo Wagner auf. 1995 tourte er mit den
Statesman of Jazz.
Der Swingmusiker Waters, der sich selbst als Mainstreamer bezeichnete und ein eigenwilliger Entertainer war, spielte quer durch die Stile, von Oldtime Jazz bis Hip-Hop: mit
Let’s Talk About Jazz rappte er im hohen Alter auf der Bühne. Waters, der Ende der 1980er an einer Katarakt erblindete, trat seitdem meist nur noch mit dem Altsaxophon auf, da der Instrumentenwechsel ihm Schwierigkeiten bereitete. Er kam bei einem Hotelbrand ums Leben.